Nach Hause. Die letzten Tage und Wochen waren von diesem einen Ziel bestimmt. Die letzten Stationen waren nicht leicht und gleichzeitig ganz besonders intensiv. Je näher ich meinem Ziel kam, desto deutlicher wurde mir, was ich alles bald nicht mehr tun würde: meine Satteltaschen aus- und einpacken, nasse Klamotten über die Heizung hängen, mein Kostüm bügeln, auf Google Maps nach der besten Route suchen, auf den Kilometerzähler starren, auf dem Fahrrad telefonieren. Das würde mir nicht weiter fehlen. Aber diese leichte Aufregung bevor ich an einer fremden Tür klingelte, das müde Sinken in ein frisch bezogenes Bett, die greifbare Nähe zum Publikum bei einem Wohnzimmerauftritt, die Gespräche mit den Gastgebern, der erste Tritt in die Pedale am Morgen, die Freude, nach einem langen Ritt am Ziel zu sein: das würde mir fehlen. Und so versuchte ich den Heimweg zu verlangsamen, alles noch einmal bewusst zu tun, jeden Kilometer zu genießen. Dafür bin ich noch einmal durch die Elbtalauen gefahren, genauso wie letztes Jahr auf dem Heimweg, nur diesmal auf der anderen Seite.

Und es war, als würde der Weg mich beschenken: nach meinem letzten Auftritt in Wolfsburg flog ich nach Hitzacker an die Elbe, mit Wind im Rücken und kleinen Wundern am Wegesrand. Das Pferd auf dem Trampolin war nur der Anfang, wie es weiterging zeige ich in den Fotos. Alles um mich herum schien zu sagen: sieh hin, überall ist Wunderland!

Und so kam ich am Samstag, den 24. Oktober, um 16:00 Uhr beschwingt und voller verzauberter Vorfreude hier an. Mit über 8.000 km auf dem Zähler rollte ich auf meinen Deich. Der Deich, an dem ich auf die Idee zu dieser Reise gekommen bin, von dem ich schon zweimal aufgebrochen war. Und hier standen meine Freunde, hatten Fischbrötchen und Bier und Geschenke dabei und bliesen in Papiertröten. Und ich wurde nicht müde, sie alle unablässig zu umarmen. Und innerlich habe ich damit auch noch nicht aufgehört. Ich möchte alle umarmen, die mich auf diesem Weg begleitet haben, immer und immer wieder!

Da das leider nicht möglich ist, werde ich ihnen einen Brief schreiben und ihn hier veröffentlichen. Bald.

Jetzt muss ich erstmal feiern, denn: Ich bin am Ziel. Und am Anfang.

 

 

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