Was sich so in meinem Kopf tut:

Warum kann ich den einen Tag Kilometer um Kilometer abreißen, dabei singen, prollen, Sattel-Hüpfen und werde einfach nicht müde? Und am nächsten verfluche ich jede Bodendelle, weil ich fürchte die Steigung nicht zu schaffen. Wäre ich ein Leistungssportler, dann nur mit Clown und Psychologe im Dauereinsatz!

Warum überlassen mir fremde Leute ihr Haus, geben mir frische Bettwäsche und Essen und einen Einblick in ihr Leben? Klar, ich hab es gehofft, sogar darauf gesetzt und trotzdem: manchmal finde ich es unglaublich. Wie entsteht Vertrauen? Habe ich es verdient oder ist es immer ein Vorschuss? Und habe ich schon mal einen meiner Gastgeber enttäuscht? Denn Erwartungen haben ja beide Seiten, immer, das lässt sich gar nicht vermeiden …

Morgen geht’s vom Schaalsee nach Lüneburg. Ich fahre fast an meiner Wohnung in den Vierlanden vorbei. Verrückt. Ich werde einfach nicht daran denken. Nicht, dass ich noch plötzlich wie Odysseus die Sirenen mein wunderschönes, weiches Bett singen höre: komm, nur fünf Minuten, mach es Dir bequem, warum denn weiter fahren?

Ich bereue keinen Tag dieser Reise. Keine Minute. Ich habe sogar verlängert: dieses Jahr nur den Norden und Osten, nächstes Jahr von Hamburg durch Niedersachsen, dann den Westen und Süden. Damit ich mehr Zeit habe für die Menschen und Themen und mich auch im nächsten Sommer wieder aufs Rad schwingen darf.  Ob ich je wieder absteige?

Viele Bilder:

 

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